Jeden Tag geben Menschen in deiner Nähe bei Google Begriffe ein, die dich zum Auftrag führen könnten – wenn deine Website nur die richtigen Worte enthalten würde. Das Problem: Die meisten kleinen Unternehmen raten, wonach ihre Kunden suchen, statt es herauszufinden. Genau hier setzt die Keyword-Recherche an. Sie ist kein Geheimwissen für SEO-Profis, sondern eine Fleißarbeit, die jeder Betrieb selbst erledigen kann – und dieser Leitfaden zeigt dir Schritt für Schritt, wie.
Was sind Keywords – und warum sind sie die Basis jeder Sichtbarkeit?
Ein Keyword ist schlicht das, was jemand in die Google-Suche tippt. Das kann ein einzelnes Wort sein („Fliesenleger“), meistens ist es aber eine ganze Phrase („Fliesenleger für kleines Bad in Norderstedt“). Für dich als Unternehmen sind Keywords die Brücke zwischen einem konkreten Bedarf und deiner Leistung.
Der entscheidende Punkt: Google zeigt deine Website nur dann, wenn sie zu dem passt, was jemand sucht. Wenn deine Seite von „hochwertigen Bodenlösungen“ spricht, deine Kundschaft aber nach „Vinylboden verlegen lassen“ sucht, findet ihr nicht zueinander – egal, wie gut deine Arbeit ist. Die Keyword-Recherche sorgt dafür, dass du dieselbe Sprache sprichst wie deine Kunden.
Deshalb steht sie am Anfang von allem. Bevor du eine Seite textest, ein Angebot beschreibst oder einen Blogartikel schreibst, solltest du wissen: Welche Worte benutzen die Menschen, die ich erreichen will? Alles Weitere baut darauf auf.
Such nicht nach Wörtern, sondern nach Absichten: die Suchintention
Der häufigste Denkfehler bei der Keyword-Recherche ist, nur auf einzelne Begriffe zu starren. Viel wichtiger ist die Frage: Was will die Person eigentlich, die das eintippt? Diese Absicht nennt man Suchintention – und sie entscheidet darüber, ob ein Keyword für dich überhaupt wertvoll ist.
Grob lassen sich vier Arten unterscheiden.
Informative Suchen
Hier will jemand etwas wissen oder verstehen. Typische Formulierungen: „wie funktioniert eine Wärmepumpe“, „was kostet eine Website“, „Unterschied Laminat und Vinyl“. Diese Suchen führen selten sofort zum Kauf, aber sie sind Gold für Vertrauen und Reichweite – etwa über einen Blog. Wer dir eine gute Antwort verdankt, denkt später an dich.
Kommerzielle Suchen
Die Person steht kurz vor einer Entscheidung und vergleicht. Erkennbar an Worten wie „beste“, „Vergleich“, „Erfahrungen“, „Anbieter“. Beispiel: „bester Steuerberater für Selbstständige“. Hier lohnt es sich, mit Referenzen, Bewertungen und klaren Argumenten zu überzeugen.
Transaktionale Suchen
Jetzt soll etwas passieren – ein Kauf, eine Anfrage, eine Buchung. Signalwörter: „kaufen“, „Termin“, „Angebot anfordern“, „in der Nähe“. Diese Keywords sind die wertvollsten, weil die Person bereit ist zu handeln. Genau sie gehören auf deine Angebots- und Kontaktseiten.
Lokale Suchen
Ein Sonderfall, der für kleine Betriebe besonders zählt: Suchen mit Ortsbezug oder „in meiner Nähe“. Wer „Friseur in der Nähe“ oder „Dachdecker Hamburg“ eingibt, will einen Anbieter vor Ort. Wie du dieses Feld gezielt bespielst, liest du gleich im nächsten Abschnitt – und ausführlich in unserem Leitfaden zur lokalen SEO für Handwerker.
Wenn du ein Keyword bewertest, frag dich also immer: Passt die dahinterstehende Absicht zu dem, was ich auf dieser Seite anbiete? Ein Ratgeber-Keyword auf einer Verkaufsseite bringt dir enttäuschte Besucher – und Google merkt, dass es nicht passt.
Lokale Keywords: die Formel „Leistung + Ort“
Für die meisten kleinen und lokalen Unternehmen sind lokale Keywords die wichtigste Kategorie überhaupt. Denn du konkurrierst nicht mit der ganzen Welt, sondern mit den Betrieben in deinem Umkreis. Das macht die Sache viel einfacher.
Die Grundformel ist denkbar simpel:
- Leistung + Ort: „Elektriker Norderstedt“, „Physiotherapie Hamburg-Nord“, „Malerbetrieb Kaltenkirchen“
- Leistung + „in der Nähe“: Das übernimmt Google oft automatisch, wenn dein Standort sauber hinterlegt ist
- Spezifische Leistung + Ort: „Altbausanierung Norderstedt“, „Hochzeitsfotograf Hamburg“
Der Trick liegt in der Kombination. „Elektriker“ allein ist ein hart umkämpfter Begriff, bei dem du gegen große Anbieter kaum eine Chance hast. „Elektriker für Smart-Home in Norderstedt“ dagegen ist konkret, weniger umkämpft – und trifft genau die Leute, die dich wirklich brauchen.
Denk dabei auch an dein gesamtes Einzugsgebiet. Wenn du nicht nur in deinem Ort, sondern in den Nachbargemeinden arbeitest, sind das lauter zusätzliche Keyword-Chancen. Jeder Ort, in dem du tätig bist, kann ein eigenes Keyword sein.
Longtail-Keywords: warum die langen Suchphrasen für Kleine Gold wert sind
„Longtail“ klingt technisch, meint aber etwas Einfaches: lange, spezifische Suchphrasen aus mehreren Wörtern. Statt „Rechtsanwalt“ eben „Rechtsanwalt Arbeitsrecht Kündigung Hamburg“. Diese Begriffe werden einzeln seltener gesucht – aber gerade das macht sie für kleine Unternehmen so wertvoll.
Dafür gibt es drei gute Gründe:
- Weniger Konkurrenz. Um kurze, allgemeine Begriffe kämpfen alle. Um die langen, spezifischen kümmert sich kaum jemand ernsthaft – dein Einstieg nach oben ist hier realistisch.
- Höhere Kaufbereitschaft. Wer so präzise sucht, weiß genau, was er will. Diese Besucher werden viel häufiger zu echten Anfragen als jemand, der nur vage stöbert.
- Klarheit für deine Inhalte. Ein spezifisches Keyword gibt dir vor, worüber deine Seite handeln soll. Das macht das Texten leichter und die Seite besser.
Die Summe vieler kleiner Longtail-Keywords bringt oft mehr echte Kunden als ein einziger großer Begriff, bei dem du auf Seite drei verschwindest. Für kleine Betriebe ist der Longtail deshalb kein Kompromiss, sondern die klügere Strategie.
Lieber auf Platz eins für „Steuerberater für Gründer in Norderstedt“ als auf Platz fünfzig für „Steuerberater“. Sichtbar bei den wenigen Richtigen schlägt unsichtbar bei den vielen Falschen.
So findest du Keyword-Ideen – ganz ohne teure Tools
Jetzt zum praktischen Teil. Du brauchst keine kostspielige Software, um an gute Keywords zu kommen. Google selbst und dein eigener Arbeitsalltag sind die besten Quellen. Hier sind die ergiebigsten Methoden.
Google-Autovervollständigung nutzen
Fang an, deine Leistung ins Google-Suchfeld zu tippen – und schau, was Google automatisch vorschlägt. Diese Vorschläge sind echte, häufig eingegebene Suchen. Tippst du „Fenster reinigen“, erscheinen vielleicht „Fenster reinigen lassen Kosten“ oder „Fensterreinigung Firma Hamburg“. Jeder Vorschlag ist ein Keyword-Kandidat.
„Ähnliche Fragen“ auswerten
Nach vielen Suchen zeigt Google eine Box mit „Ähnliche Fragen“ (auch „People also ask“). Das sind Fragen, die andere Menschen zum selben Thema stellen. Ein Fundus für informative Keywords – und ideale Vorlagen für Blogartikel, die echte Kundenfragen beantworten.
Verwandte Suchanfragen am Seitenende
Scrollst du bei einer Google-Suche ganz nach unten, findest du den Block „Ähnliche Suchanfragen“. Auch hier bekommst du weitere Formulierungen und Blickwinkel, an die du selbst vielleicht nicht gedacht hättest.
Deine Kunden zuhören
Die vielleicht unterschätzteste Quelle: Welche Fragen stellen dir Kunden am Telefon, per Mail, im Erstgespräch immer wieder? Mit welchen Worten beschreiben sie ihr Problem? Diese Alltagssprache ist bares Gold, denn genau so tippen sie es auch bei Google ein. Leg dir eine Liste an und ergänze sie laufend.
Beim Wettbewerb spicken
Sieh dir an, mit welchen Begriffen sich Betriebe positionieren, die bei Google weit oben stehen. Welche Überschriften nutzen sie, welche Leistungen benennen sie wie? Es geht nicht ums Abkupfern, sondern darum, Lücken und Ideen zu entdecken – vielleicht bedient niemand ein Thema, das du perfekt abdecken könntest.
Der Google Keyword Planner
Wer es genauer wissen will, kann den kostenlosen Google Keyword Planner (Teil von Google Ads) nutzen. Er zeigt dir zu deinen Begriffen ungefähre Suchvolumina und verwandte Ideen. Die Zahlen sind grobe Richtwerte, keine exakte Wahrheit – aber sie helfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Begriffe überhaupt gesucht werden.
Suchvolumen und Wettbewerb realistisch einschätzen
Wenn du eine Liste mit Keyword-Ideen hast, willst du sie priorisieren. Zwei Größen helfen dabei: Suchvolumen (wie oft wird gesucht?) und Wettbewerb (wie viele buhlen um diesen Begriff?). Die Kunst liegt darin, beide realistisch zusammenzudenken.
Der klassische Anfängerfehler ist, sich auf die Begriffe mit dem höchsten Suchvolumen zu stürzen. Klingt logisch, ist aber meist ein Reinfall: Genau diese Begriffe sind am härtesten umkämpft, und als kleiner Betrieb hast du gegen etablierte Portale und Großanbieter kaum eine Chance. Du kämpfst um Aufmerksamkeit, die du nie bekommst.
Die bessere Faustregel für kleine Unternehmen:
- Mittleres oder kleines Suchvolumen ist völlig okay, solange die Absicht passt. Zehn Anfragen von genau den richtigen Leuten sind mehr wert als tausend flüchtige Klicks.
- Geringer Wettbewerb ist dein Freund. Spezifische und lokale Begriffe sind hier klar im Vorteil.
- Relevanz schlägt Reichweite. Ein Begriff, der exakt deine Leistung trifft, bringt dir bessere Kunden als ein weit gefasster Begriff mit hohem Volumen.
Denk in Nischen statt in Masse. Deine Stärke als kleiner Betrieb ist, dass du spitz und konkret sein kannst. Nutze genau das bei der Auswahl deiner Keywords.
Keywords den richtigen Seiten zuordnen: ein Thema pro Seite
Du hast jetzt eine sortierte Keyword-Liste – aber wo kommen die Begriffe hin? Der wichtigste Grundsatz lautet: eine Seite = ein Thema = ein Haupt-Keyword. Versuch nicht, alle deine Leistungen auf einer einzigen Seite unterzubringen. Das verwässert den Fokus, und Google weiß nicht, wofür die Seite eigentlich stehen soll.
Besser ist eine klare Struktur, bei der jede Seite genau eine Suchintention bedient:
- Für jede wichtige Leistung eine eigene Unterseite (z. B. „Badsanierung“, „Heizungsnotdienst“)
- Für jeden relevanten Ort ggf. eine eigene Seite, wenn du in mehreren Gebieten aktiv bist
- Informative Keywords und Kundenfragen wandern in den Blog, nicht auf die Verkaufsseiten
- Transaktionale Keywords gehören auf deine Angebots- und Kontaktseiten
So bekommt jedes Keyword seinen festen Platz, und keine Seite muss zwei Dinge gleichzeitig sein. Wenn du wissen willst, wie eine fokussierte Seite aufgebaut ist, die genau ein Ziel verfolgt, hilft dir unser Beitrag zu den wichtigsten Elementen einer perfekten Startseite weiter.
Diese Zuordnung ist der Moment, in dem aus einer Keyword-Liste eine echte Website-Struktur wird. Wer sie sauber macht, spart sich später viel Frust – und rankt für deutlich mehr Begriffe.
Typische Fehler bei der Keyword-Recherche
Zum Schluss die Stolperfallen, die kleinen Unternehmen am häufigsten Sichtbarkeit kosten. Die gute Nachricht: Alle sind leicht zu vermeiden, wenn man sie kennt.
- An den Kunden vorbei denken. Du benennst deine Leistung in Fachsprache, deine Kunden suchen in Alltagssprache. „Endoskopische Rohrsanierung“ vs. „verstopftes Rohr Hilfe“ – tippe die Worte, die deine Kunden tippen.
- Keyword-Stuffing. Ein Keyword künstlich in jeden Satz zu pressen, macht Texte unlesbar und wird von Google eher abgestraft als belohnt. Schreib für Menschen, nicht für die Suchmaschine. Ein Begriff, natürlich platziert, reicht völlig.
- Nur auf die großen Begriffe schielen. Der Reiz der hohen Suchvolumina ist groß – die Ernüchterung folgt auf Seite drei. Setz auf spezifische und lokale Keywords, bei denen du wirklich gewinnen kannst.
- Suchintention ignorieren. Wer ein Info-Keyword auf eine Verkaufsseite legt, enttäuscht Besucher und Google gleichermaßen. Absicht und Seite müssen zusammenpassen.
- Einmal machen und vergessen. Suchgewohnheiten ändern sich, neue Begriffe kommen auf. Die Keyword-Recherche ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Gewohnheit, die du ein-, zweimal im Jahr auffrischen solltest.
Fazit
Keyword-Recherche ist kein Hexenwerk und braucht keine teuren Werkzeuge – nur ein bisschen Systematik und ein offenes Ohr für die Sprache deiner Kunden. Wer versteht, welche Absicht hinter einer Suche steckt, auf spezifische und lokale Begriffe setzt und jedem Keyword die passende Seite gibt, wird bei Google für genau die Dinge gefunden, die echte Aufträge bringen.
Für viele Betriebe ist der Haken der gleiche wie immer: Zwischen Kundschaft und Tagesgeschäft bleibt keine Zeit, sich hinzusetzen und all das umzusetzen. Genau hier kommen wir ins Spiel. Als Website-as-a-Service bauen wir deine Website von Anfang an entlang der richtigen Keywords – mit einer Struktur, die zu dem passt, wonach deine Kunden wirklich suchen.
Wirf einen Blick auf unsere transparenten Preise oder starte direkt im Konfigurator und werde endlich dort gefunden, wo deine Kunden nach dir suchen.